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Umfrage zur Umsetzung von Kennzeichnungspflichten in Unternehmen

Einleitung

Kennzeichnungspflichten gehören für Lebensmittelhersteller längst zum Tagesgeschäft – und werden besonders dann anspruchsvoll, wenn Produkte international vermarktet werden. Unterschiedliche Vorschriften, Sprachen, Layoutvorgaben und Auslegungen sorgen dafür, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln oft nicht „nebenbei“ erledigt werden kann, sondern strukturierte Prozesse, viel Abstimmung und mehrere Fachbereiche erfordert.


IMERO veranstaltet regelmäßig Webinare rund um internationale Kennzeichnung. In zwei Webinaren haben wir 2025 Teilnehmende – häufig Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager aus Lebensmittelunternehmen – gefragt, wie sie Kennzeichnungspflichten im Unternehmen praktisch umsetzen und wo die größten Hürden liegen. Die Ergebnisse geben einen spannenden Einblick:



Ergebnisse der Umfragen und Einordnung

1) „Die international rechtskonforme Etikettierung ist für unser Unternehmen…“

Antworten:

  • kein Problem: 2%

  • eher einfach: 18%

  • eher schwierig: 35%

  • schwierig: 25%

  • sehr schwierig: 20%


Bevor man über Tools, Dienstleister oder KI spricht, lohnt sich ein Blick auf das Grundgefühl im Unternehmen: Wie schwer ist es eigentlich, internationale Anforderungen zuverlässig in die Praxis zu bringen – inklusive aller Pflichtangaben von Lebensmitteln?Das Ergebnis ist zeigt deutlich: Für rund 80% der Befragten ist internationale Etikettierung eher schwierig bis sehr schwierig. Und das betrifft nicht nur „die anderen“ – sondern Unternehmen jeder Größe, nur aus unterschiedlichen Gründen:


  • Große Unternehmen stehen häufig vor einer reinen Komplexitätswelle: viele Produktvarianten, viele Zielländer, unterschiedliche Sprachen und häufige Anpassungen. Selbst mit professionellen Teams wird die Kennzeichnung von Lebensmitteln dann schnell zu einem Koordinationsprojekt.

  • Kleinere Unternehmen haben oft weniger Ressourcen: keine große Rechtsabteilung, wenig Spielraum für mehrstufige Prüfprozesse und oft fehlende internationale Routine.

  • Mittelständler sitzen nicht selten dazwischen: genügend Exportaktivität, um Komplexität zu spüren – aber nicht immer genügend Kapazität, um alles intern abzufangen.


Kurz gesagt: Internationale Kennzeichnungspflichten sind für die meisten kein einmaliges „Abhaken“, sondern ein fortlaufender Prozess, der Struktur, Aktualität und saubere Bearbeitung verlangt.



2) „Welche externen Dienstleister nutzen Sie zur international rechtskonformen Etikettierung?“

Antworten:

  • Labore: 33%

  • Anwälte: 9%

  • Übersetzer: 2%

  • Importeure: 31%

  • Verbände: 11%

  • Expertennetzwerk: 4%

  • ausschließlich internes Know-how: 11%


Wenn Anforderungen komplex werden, holen viele Unternehmen Unterstützung dazu – aus gutem Grund. Denn je nach Markt und Produktkategorie können die benötigten Informationen und Prüfungen sehr unterschiedlich sein.Auffällig ist der „Blumenstrauß“ an externen Helfern. Das ist ein starkes Signal: Internationale Etikettierung wird in der Praxis selten aus einer Hand gelöst – stattdessen werden Informationen, Einschätzungen und Arbeitsschritte verteilt eingekauft.


Das hat gleich mehrere Effekte:

  • Zeitaufwand: Viele Beteiligte bedeuten viele Schleifen. Bis eine Information vom Importeur da ist, die Übersetzung passt und die Inhalte final geprüft sind, können Wochen vergehen.

  • Kosten: Jede Schnittstelle kostet – nicht nur als Rechnung, sondern auch intern: Abstimmungen, Nachfragen, Versionen, Missverständnisse.

  • Fehleranfälligkeit: Je mehr Übergaben, desto eher rutscht etwas durch – gerade bei Pflichtangaben von Lebensmitteln, wo Details wie Reihenfolgen, Formulierungen oder Mengenangaben entscheidend sein können.



3) „Wie informieren Sie sich über die aktuelle Rechtslage?“

Antworten:

  • Newsletter: 36%

  • Veranstaltungen: 15%

  • Expertennetzwerk: 13%

  • andere Quellen: 11%

  • Internetrecherche: 8%

  • externe Dienstleister: 8%

  • Vergleichsetiketten/Referenzen: 6%

  • AI: 4%


Die besten Prozesse helfen wenig, wenn die Informationsbasis unsicher ist. Gerade weil sich Vorgaben ändern können, ist die Frage entscheidend: Woher kommt Wissen über aktuelle Anforderungen – und wie wird es im Alltag gepflegt?Auch hier zeigt sich: Unternehmen stützen sich auf viele, teils parallele Quellen. Newsletter liegen vorn – verständlich, weil sie niedrigschwellig sind und regelmäßig Hinweise liefern. Gleichzeitig deutet diese Vielfalt darauf hin, dass es selten die eine verlässliche Quelle gibt, die alle Märkte abdeckt.


Das typische Ergebnis:

  • Informationen werden zusammengesammelt,

  • intern interpretiert,

  • anschließend in Texte, Layouts und Freigaben übersetzt.


Und genau dabei entsteht häufig der Druck im Tagesgeschäft: Wenn mehrere Länder, mehrere Produktlinien und mehrere Stakeholder zusammenkommen, wird „aktuelle Rechtslage“ schnell zu einem Puzzle – mit vielen Teilen und ohne eindeutiges Gesamtbild.

Bemerkenswert ist auch der niedrige Anteil von AI (4%) in dieser Frage. Das heißt nicht, dass KI keine Rolle spielt – eher, dass sie heute noch selten als primäre Quelle für Rechts-Updates gesehen wird. Viele Teams scheinen KI eher als Unterstützung in Teilaufgaben zu betrachten (z. B. bei Recherche) – weniger als zentrale Instanz für die Bewertung von Kennzeichnungspflichten. Durch die Kombination von KI und Experten kann IMERO jedoch diese Lücke schließen: Die spezialisierte KI übernimmt die manuelle Arbeit, der Experte überprüft das Ergebnis.



Fazit und kreativer Schluss

Wenn internationale Etikettierung ein Orchester wäre, dann spielen in vielen Unternehmen sehr viele Instrumente gleichzeitig: Labor, Importeur, Verband, Newsletter, interne Checks, Recherche – und irgendwo dazwischen entsteht das Etikett. Die Umfragen aus 2025 zeigen klar: Für die meisten ist die Umsetzung internationaler Kennzeichnungspflichten kein „Standardprozess“, sondern ein dauerhaftes Zusammenspiel aus Informationsbeschaffung, Abstimmung und Qualitätssicherung.


Genau hier setzen moderne Ansätze an: Prozesse so zu strukturieren, dass Teams weniger Zeit in Versionschaos, E-Mail-Schleifen und Doppelarbeit verlieren – und mehr Zeit in Produktqualität, Markteintritt und saubere Abläufe investieren können. IMERO kombiniert dafür KI-gestützte Workflows mit fachlicher Expertise, etwa für strukturierte Etikettenprüfung, unterstützte Übersetzung von Etiketten und die systematische Arbeit an den Pflichtangaben von Lebensmitteln – als Bausteine, um internationale Kennzeichnung von Lebensmitteln effizienter handhabbar zu machen.


Am Ende geht es nicht darum, Kennzeichnung „irgendwie“ hinzubekommen. Sondern darum, sie so zu organisieren, dass sie skalierbar wird: von der ersten Exportanfrage bis zum hundertsten Etikett.

 
 
 

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